Wie viel Pellets brauche ich pro Jahr?
Wer sein Lager zu knapp bemisst, muss mitten im Winter nachbestellen – zum dann gültigen Preis und mit einer zweiten Anfahrt. Der Jahresbedarf lässt sich aber gut abschätzen, und dafür reichen zwei Wege: der bisherige Ölverbrauch oder die Wohnfläche.
Veröffentlicht am 29.07.2026
Weg 1: Sie haben bisher mit Öl geheizt
Das ist die genaueste Methode, weil Ihr tatsächlicher Verbrauch schon alles enthält, was eine Schätzung nie erfasst: Dämmzustand, Heizgewohnheiten, Warmwasserbedarf und die Größe Ihres Haushalts.
Die Umrechnung ist einfach: Eine Tonne Holzpellets ersetzt energetisch rund 500 Liter Heizöl. Nehmen Sie also Ihren durchschnittlichen Jahresverbrauch in Litern und teilen Sie ihn durch 500 – das Ergebnis ist Ihr Pelletbedarf in Tonnen.
- 1Ölverbrauch der letzten drei Jahre zusammenzählen und durch drei teilen – ein einzelnes Jahr kann durch einen milden oder harten Winter verzerrt sein.
- 2Ergebnis durch 500 teilen. Beispiel: 3.000 Liter Heizöl im Jahr ergeben rund 6 Tonnen Pellets.
- 3Rund 10 Prozent aufschlagen, wenn Ihre alte Ölheizung sehr alt war – eine moderne Pelletanlage arbeitet meist effizienter, aber verlassen sollte man sich darauf nicht.
Weg 2: Sie schätzen über die Wohnfläche
Wenn keine Verbrauchswerte vorliegen, hilft der spezifische Wärmebedarf je Quadratmeter. Er hängt stark vom Zustand des Gebäudes ab: Ein unsaniertes Haus aus den 1970ern braucht ein Vielfaches eines gut gedämmten Neubaus.
- Gut gedämmt oder Neubau: etwa 80 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr
- Teilsaniert, etwa mit neuen Fenstern und gedämmtem Dach: etwa 120 Kilowattstunden
- Weitgehend unsanierter Altbau: etwa 180 Kilowattstunden und mehr
Rechnen Sie Wohnfläche mal Kennwert – das ergibt den Jahresbedarf in Kilowattstunden. Weil ein Kilogramm Pellets rund 4,8 Kilowattstunden liefert, entspricht eine Tonne etwa 4.800 Kilowattstunden. Teilen Sie also den Jahresbedarf durch 4.800, und Sie haben die Tonnen.
| Wohnfläche und Zustand | Jahresbedarf | Pellets | Lagerraum |
|---|---|---|---|
| 120 m², gut gedämmt | ca. 9.600 kWh | ca. 2,0 t | ca. 3,0 m³ |
| 120 m², teilsaniert | ca. 14.400 kWh | ca. 3,0 t | ca. 4,5 m³ |
| 120 m², unsaniert | ca. 21.600 kWh | ca. 4,5 t | ca. 6,8 m³ |
| 180 m², teilsaniert | ca. 21.600 kWh | ca. 4,5 t | ca. 6,8 m³ |
| 180 m², unsaniert | ca. 32.400 kWh | ca. 6,8 t | ca. 10,1 m³ |
Wie viel Lagerraum brauche ich?
Als Faustregel gilt: Eine Tonne Holzpellets belegt rund 1,5 Kubikmeter. Damit ergibt sich der Lagerbedarf direkt aus dem Jahresbedarf. Zusätzlich sollte das Lager nicht auf Kante geplant sein – wer den kompletten Jahresbedarf plus etwas Reserve unterbringt, muss nur einmal jährlich bestellen.
Genau darin liegt der finanzielle Hebel: Der Preis je Tonne sinkt mit der Liefermenge, weil sich die Anfahrt des Silofahrzeugs auf mehr Gewicht verteilt. Zweimal drei Tonnen kosten spürbar mehr als einmal sechs Tonnen.
Was das Lager technisch können muss
- Befüllstutzen, der vom Silofahrzeug innerhalb der Schlauchreichweite von rund 40 Metern erreichbar ist.
- Zufahrt, die ein voll beladenes Fahrzeug trägt – Rasengittersteine und frisch gepflasterte Höfe sind nicht immer dafür ausgelegt.
- Absaugstutzen oder eine andere Möglichkeit, die beim Einblasen entstehende Staubluft abzuführen.
- Trockener Raum: Pellets ziehen Feuchtigkeit und zerfallen dann. Feuchte Kellerwände sind ein Ausschlusskriterium.
- Prallschutzmatte gegenüber dem Einblasstutzen, damit die Pellets beim Einblasen nicht zerschlagen werden und Staub entsteht.
Wann bestellen?
Bei Pellets ist der Saisoneffekt in der Regel deutlicher als beim Heizöl: Im Sommer läuft die Produktion weiter, während die Nachfrage niedrig ist. Das entspannt die Preise häufig. Garantiert ist es nicht, denn die Rohstofflage spielt ebenfalls hinein – Pellets bestehen überwiegend aus Sägerestholz, und wenn die Bauwirtschaft schwächelt, sägen die Werke weniger.
Praktisch heißt das: Wer im Frühjahr oder Frühsommer disponiert, hat bei Preis und Liefertermin mehr Auswahl als jemand, der im Oktober bestellt, wenn alle gleichzeitig ihr Lager füllen wollen.
Häufige Fragen
Wie viele Pellets ersetzen 3.000 Liter Heizöl?
Rund 6 Tonnen. Eine Tonne Pellets entspricht energetisch etwa 500 Litern Heizöl, weil ein Kilogramm Pellets rund 4,8 Kilowattstunden und ein Liter Heizöl rund 9,8 Kilowattstunden liefert.
Wie viel Platz brauchen 6 Tonnen Pellets?
Etwa 9 Kubikmeter. Als Faustregel gilt ein Lagerbedarf von rund 1,5 Kubikmetern je Tonne. Planen Sie zusätzlich etwas Reserve ein, damit Sie nicht mitten in der Heizsaison nachbestellen müssen.
Ist es günstiger, einmal viel statt zweimal wenig zu bestellen?
Ja. Die Anfahrt des Silofahrzeugs kostet weitgehend unabhängig von der Menge dasselbe. Je mehr Tonnen auf eine Tour entfallen, desto niedriger der Preis je Tonne – zweimal drei Tonnen sind daher teurer als einmal sechs.
Kann ich Pellets über mehrere Jahre lagern?
Bei trockener Lagerung sind Pellets gut haltbar, sie sollten aber nicht unbegrenzt liegen. Feuchtigkeit ist der kritische Punkt: Ziehen Pellets Wasser, zerfallen sie zu Staub und lassen sich nicht mehr störungsfrei fördern. Ein trockener Lagerraum ist deshalb wichtiger als das genaue Alter der Ware.