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Pellets oder Heizöl – was ist wirklich günstiger?

„Die Tonne Pellets kostet 320 Euro, 100 Liter Heizöl 105 Euro“ – aus diesen Zahlen lässt sich nichts ableiten, weil beide Einheiten völlig unterschiedliche Energiemengen enthalten. Der einzig belastbare Vergleich läuft über den Preis je Kilowattstunde.

Aktualisiert am 11.09.2026

Der Umrechnungsschlüssel

Beide Brennstoffe lassen sich über ihren Heizwert vergleichbar machen. Für die Praxis reichen zwei Kennzahlen: Ein Liter Heizöl liefert rund 9,8 Kilowattstunden, ein Kilogramm Holzpellets in ENplus-A1-Qualität rund 4,8 Kilowattstunden.

Daraus ergibt sich die bekannte Faustregel: Eine Tonne Holzpellets ersetzt energetisch etwa 500 Liter Heizöl. Wer bisher 3.000 Liter Heizöl im Jahr verbraucht hat, benötigt also grob sechs Tonnen Pellets für dieselbe Wärmemenge.

Umrechnungstabelle: Pellets, Heizöl und Kilowattstunden

Die Tabelle rechnet mit 4,8 Kilowattstunden je Kilogramm Pellets und 9,8 Kilowattstunden je Liter Heizöl. Rechnerisch ergibt eine Tonne Pellets 490 Liter Heizöl – die gängige Faustregel von 500 Litern rundet diesen Wert.

Holzpelletsentspricht HeizölEnergiegehalt
1 kgrund 0,5 Literrund 4,8 kWh
100 kgrund 49 Literrund 480 kWh
500 kgrund 245 Literrund 2.400 kWh
1 Tonne (1.000 kg)rund 490 Literrund 4.800 kWh
3 Tonnenrund 1.470 Literrund 14.400 kWh
6 Tonnenrund 2.940 Literrund 28.800 kWh

In die andere Richtung gerechnet: 1.000 Liter Heizöl entsprechen rund 2 Tonnen Pellets, 3.000 Liter rund 6 Tonnen. Für den Lagerraum gilt eine Schüttdichte von etwa 650 Kilogramm je Kubikmeter – ein Kubikmeter Pellets wiegt also rund 650 Kilogramm, und eine Tonne beansprucht etwa 1,5 Kubikmeter.

Die Werte sind Richtwerte für ENplus-A1-Pellets mit üblicher Restfeuchte. Je nach Charge und Holzart schwankt der Heizwert um einige Prozent. Für die Bestellmenge ist das unerheblich, für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung sollten Sie mit dem Wert Ihres Lieferscheins rechnen.

So rechnen Sie den Preis je Kilowattstunde aus

  1. 1Heizöl: Bruttopreis je Liter durch 9,8 teilen. Beispiel: 1,05 € ÷ 9,8 = 0,107 €, also rund 10,7 Cent je Kilowattstunde.
  2. 2Pellets: Bruttopreis je Kilogramm durch 4,8 teilen. Beispiel: 0,32 € ÷ 4,8 = 0,067 €, also rund 6,7 Cent je Kilowattstunde.
  3. 3Beide Werte immer brutto verwenden – sonst verzerren die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze das Ergebnis.
Die genannten Preise sind Beispielwerte zur Veranschaulichung des Rechenwegs. Die tagesaktuellen Werte finden Sie auf unseren Seiten zu den Heizölpreisen und den Pelletpreisen.

Die Mehrwertsteuer ist der stille Faktor

Auf Holzpellets fallen in Deutschland 7 Prozent Mehrwertsteuer an, auf Heizöl 19 Prozent. Dieser Unterschied von zwölf Prozentpunkten wirkt sich unmittelbar auf den Endpreis aus und ist einer der Gründe, warum Pellets im Bruttovergleich oft besser abschneiden, als es die Nettopreise vermuten lassen. Wer Angebote vergleicht, muss deshalb sicherstellen, dass beide Seiten dieselbe Preisbasis verwenden.

Was der Brennstoffpreis nicht abbildet

Der reine Preis je Kilowattstunde ist nur die halbe Wahrheit. Wer vor der Entscheidung für eine neue Heizung steht, sollte vier weitere Punkte einbeziehen:

  • Anschaffung: Eine Pelletheizung kostet in der Anschaffung deutlich mehr als ein Ölkessel, wird dafür aber gefördert. Diese Differenz muss sich über die Laufzeit erst amortisieren.
  • Lagerplatz: Pellets brauchen rund 1,5 Kubikmeter Lagerraum je Tonne. Für den Jahresbedarf eines Einfamilienhauses sind das schnell acht bis zehn Kubikmeter – deutlich mehr Volumen als beim Heizöl.
  • Betriebsaufwand: Pelletanlagen produzieren Asche, die regelmäßig entleert werden muss, und benötigen eine etwas aufwendigere Wartung. Ölheizungen sind im Alltag genügsamer.
  • CO₂-Bepreisung: Auf Heizöl entfällt die CO₂-Abgabe nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz, auf Holzpellets als biogener Brennstoff nicht. Steigt der CO₂-Preis weiter, vergrößert sich dieser Abstand.

Wirkungsgrad nicht vergessen

Verglichen wird oben der Brennstoff, nicht die Anlage. Ein moderner Öl-Brennwertkessel holt aus derselben Kilowattstunde mehr nutzbare Wärme heraus als ein dreißig Jahre alter Standardkessel. Wenn Sie Ihre tatsächlichen Heizkosten gegenüberstellen wollen, müssen Sie den Wirkungsgrad Ihrer konkreten Anlage einbeziehen – der Unterschied zwischen einem alten und einem neuen Kessel ist häufig größer als der zwischen zwei Brennstoffen.

Fazit

Pellets liegen beim Preis je Kilowattstunde in den letzten Jahren häufig, aber nicht dauerhaft vorn. Die beiden Märkte folgen unterschiedlichen Logiken: Heizöl hängt am Rohölpreis und am Dollarkurs, Pellets am Sägerestholz und damit indirekt an der Baukonjunktur. Genau deshalb verschieben sich die Verhältnisse immer wieder.

Für Sie heißt das: Rechnen Sie mit aktuellen Zahlen statt mit Erinnerungswerten. Der Rechenweg oben dauert zwei Minuten und ist der einzige Vergleich, der wirklich trägt.

Häufige Fragen

Wie viele Pellets entsprechen 1.000 Litern Heizöl?

Rund zwei Tonnen. Ein Liter Heizöl liefert etwa 9,8 Kilowattstunden, ein Kilogramm Pellets etwa 4,8 Kilowattstunden – 1.000 Liter Heizöl entsprechen damit ungefähr 2.000 Kilogramm Pellets.

Wie viel Liter Heizöl entspricht 1 Tonne Pellets?

Rund 490 Liter, meist gerundet auf 500 Liter. Eine Tonne Pellets enthält etwa 4.800 Kilowattstunden, ein Liter Heizöl etwa 9,8 Kilowattstunden – 4.800 geteilt durch 9,8 ergibt rund 490 Liter.

Wie viel kWh hat 1 Tonne Pellets bzw. 1 Kilogramm?

Ein Kilogramm Holzpellets in ENplus-A1-Qualität liefert rund 4,8 Kilowattstunden, eine Tonne entsprechend rund 4.800 Kilowattstunden. Je nach Holzart und Restfeuchte schwankt der Wert um einige Prozent.

Wie viel wiegt 1 Kubikmeter Pellets?

Rund 650 Kilogramm. Umgekehrt beansprucht eine Tonne Pellets etwa 1,5 Kubikmeter Lagerraum – für den Jahresbedarf eines Einfamilienhauses sind das schnell acht bis zehn Kubikmeter.

Warum haben Pellets nur 7 Prozent Mehrwertsteuer?

Holzpellets gelten in Deutschland als begünstigtes Erzeugnis und unterliegen dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Heizöl wird dagegen mit dem Regelsatz von 19 Prozent besteuert.

Lohnt sich der Umstieg von Öl auf Pellets rein finanziell?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten, weil Anschaffungskosten, Förderung, Lagerplatz und der Zustand der bestehenden Anlage stark variieren. Der Brennstoffpreis allein reicht als Entscheidungsgrundlage nicht aus – rechnen Sie die Investition über die geplante Nutzungsdauer.

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